bilder auf flickr

hallöööche allezemma!
hier nochmal der link für alle zu den fotos auf flickr:

http://www.flickr.com/photos/theateramkirchplatz

da findet ihr 2 alben, eines mit bildern zu bühne/kostüm etc, und eines mit fotos von den proben und besprechungen.

wenn jemand UMBEDINGT ein bild gelöscht haben will
- wegen unvorteilhafter darstellung seiner selbst – sagts mir halt, dann schmeiss ich’s wieder von der seite ;)

Dirigent Ivan Fischer dankt der LGU

Anlässlich des weltklassik Konzerts im Vaduzer Saal dankt der Dirigent Ivan
Fischer der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz (LGU) für ihr
Engagement.
Ivan Fischer wies im Grusswort des Konzerts darauf hin, wie sehr
die Musik von der Natur inspiriert ist und wie viele Werke berühmter
Komponisten, Künstler überhaupt, ihr Entstehen direkten Naturerlebnissen verdanken.

Während des Konzerts in Vaduz präsentierte daher die LGU Bilder aus dem Ruggeler Riet und Moritz Rheinbergers Text, den er uns für unsere Spielzeitbroschüre zum Thema w.a.c.h.s.t.u.m zur Verfügung gestellt hatte.

Wir danken allen: Ivan Fischer für das wunderbare Konzert und sein Engagement für den Erhalt der Natur, der LGU für den aufgenommen Dialog!

Das “grüne” Konzert

Dirigent Ivan Fischer

„Die Natur spielt heute Abend [am 14. Januar] eine wichtige Rolle. Die musikalische Literatur ist voll von „grünen“ Kompositionen, die Natur war schon immer eine unerschöpfliche Inspirationsquelle, von Monteverdi bis Messiaen. Es ist meine Hoffnung, dass die Musik uns auch dazu anregt, der Natur Sorge zu tragen, und ich möchte dieses Konzert heute Abend den Bemühungen widmen, den Zustand unseres gefährdeten Planeten zu bessern.

In unserer wunderbaren Briefkorrespondenz gab mir Herr Rautavaara die Erlaubnis, sein ursprüngliches Konzept zu erweitern und weitere Vogelgesänge dem Stück hinzuzufügen. Ich möchte Herrn Rautavaara für seine Freundlichkeit und Offenheit ganz herzlich danken.“

Iván Fischer, Dirigent des Konzerts am 14. Januar

“Wir hatten es nie eilig”

Fragen an Einojuhani Rautavaara

Gibt es den „nordischen Klang“ in der Musik, was sind seine Besonderheiten und wie fühlen Sie sich der Tradition nordeuropäischer Musik verbunden?

Wenigstens gibt es einen „finnischen Klang“, ein musikalisches Phänomen, der Meditation vergleichbar. Dies wird personifiziert durch den finnischen Bauern, vor seiner Sauna sitzend, auf den See schauend, dem Walde zuhörend und über die mehr oder weniger tiefen Seiten des Lebens meditierend. Diese Art der Meditation treffe ich sogar in der Musik sehr moderner finnischer Komponisten an. Manchmal ist sie tief, manchmal langweilig.

Wie ist Ihr persönliches Verhältnis zu ihm? War Ihre serielle Kompositionsphase eine Abkehr, die in den letzten Jahren wieder grösserer Annäherung gewichen ist?

Ich vermute, Sie meinen das „persönliche Verhältnis“ zu seiner Musik? Ich habe sie in der Tat immer sehr geliebt und respektiert; sie war mir fast zu vertraut, um Einfluss auf meine eigene Musik zu haben. Sein mächtiger „Schatten“ hat vermutlich viele der Komponisten in den 30ern belastet, aber ich war zeitlich weit genug entfernt, um diesen Schatten nur als erfrischend zu betrachten in der Hitze der ersten harten Jahre und Jahrzehnte eines jungen Komponisten. Ich glaube, er war nie ein Kriterium für meine Entwicklung. Nach ausführlichen Studien in den USA, Wien, der Schweiz und Deutschland habe ich eher auf allgemeine Tendenzen in Europa reagiert. Zunächst akzeptierte ich die Ideen von Darmstadt usw., später suchte ich – von diesem Serialismus frustriert – eigene Wege, die natürlich auf dem während meiner Wanderjahre Gelernten gründeten.

Sind Zeit und Unendlichkeit ein spezifisch nordisches Thema? Weshalb?

Vielleicht lebte das „zyklische“ Konzept der Zeit der frühen Kulturen im Norden länger und wird heute noch gefühlt: Schauen Sie sich die endlosen Wörter der finnischen Sprache an, und erst die endlose Mitternachtssonne! Wir hatten es nie eilig, und auch die Natur um uns herum nicht. Werde ich gefragt, ob ich religiös bin, antworte ich immer mit Friedrich Schleiermacher: Religion ist Sinn und Geschmack fürs Unendliche. Den habe ich.

Was treibt Sie dazu, Ihr Publikum immer wieder mit Träumen und Visionen zu konfrontieren? Ist es bewusste Reaktion auf die Perspektivlosigkeit der heutigen Zeit, auf das Fehlen visionärer Lebensentwürfe?

Als kleiner Junge hatte ich den Traum und die Vision, Komponist zu werden – vor allem weil ich flüchten wollte aus der harten Wirklichkeit, und eine eigene Wirklichkeit mit meinen eigenen Gesetzen und Strukturen erfinden – wo niemand sagen konnte, dass ich unrecht hatte oder falsch lag, wie im „wirklichen“ Leben.

Im Zusammenhang mit den „visionären Elementen“ in Ihrer Musik greifen Sie gern zum elektronischen Medium. Wie wird die Musikentwicklung des nächsten Jahrhunderts aussehen und welche Rolle messen Sie dabei dem elektronischen Medium zu?

Elektronik, wie auch Dodekaphonie, gehört zu den Werkzeugen, die mir während meiner Studienjahre mitgegeben wurden. Sie blieben, wenn auch sehr verändert. Die Schwierigkeit mit elektronischen Instrumenten für einen Komponisten ist ihre Aktualität. Sie sind nicht nur neue Erfindungen, sie benehmen sich auch so: ihre Entwicklung ist so schnell und intensiv, dass ein Modell veraltet ist, wenn man mit ihm umzugehen gelernt hat. Dies ist typisch für unsere Zeit (und schliesslich begann ich meine Karriere mit „A Requiem in Our Time“). Mit anderen Worten: der für mein Werk typische Pluralismus und synthetische Charakter drückt sich auch in der Hinzunahme eines Synthesizers zum traditionellen Vokabular aus. Aber es scheint schon sehr klar, dass elektronische Instrumente nicht als Ersatz für „alte“ Instrumente taugen, sie sind nur ein wertvoller Zusatz zu unserem Instrumentarium.

. They are detectives of their parent’s life .

Wir sprachen mit Lola Arias, der Regisseurin von „Mi vida despues“.

TaK: Did you know that the small country Liechtenstein exists before you received the invitation to come here?

Lola Arias: No. I never heard about it before. People told me that it is a Principality. So I imagine only queens and kings walking around …

TaK: You have been at European festivals with several of your projects. What are the main differences between the audience in Argentina and Europe?

Lola Arias: When we did MI VIDA DESPUÉS in Europe people were shocked because of the tragic and absurd stories of our country. People were asking once and again if they were REAL. They couldn’t believe that this REALLY happened.

In Argentina the audience knew these stories before. They heard many times stories about the time of the dictatorship: people who disappear, people who went to exile, people who worked in the secret service, people who kidnapped the babies of disappeared people …They were not surprised by the stories but they were very surprised by the way of telling them. They were surprised to see young people from my generation thinking about the past, doing remakes of past events, asking questions about History from a very subjective point of view. They were to be able to laugh about these stories. They felt that it was not another melancholic, pathetic or demagogic play about the dictatorship but a play with humor, intelligence and irreverence.

TaK: In “Mi vida despues” people are on the stage together whose parents were at war with one another during the dictatorship in Argentina. How did that influence the rehearsal work?

Lola Arias: This was one of the most controversial aspects of the play. I knew from the beginning that I wanted a mixed cast, not only the daughters and sons from the victims of the dictatorship. I wanted also the daughters and sons from the oppressors, from the ¨normal people¨ who pretended that nothing was going on, from the people who collaborate in an indirect way, like the priests who supported the military regime.

When I announced the cast, one of the actors whose father disappeared told me “I don’t want to be on stage with the daughter of a policeman who tortured people.” But then he met her and he realized that she was not idealizing the father or agreeing with him, that she was only his daughter. There is not only love and continuity between father and son but also painful relationships, contradictions and disagreement.

During the play, the actors whose parents were from different parties, ideologies or even enemies became a close team of reconstruction. They are all trying to solve enigmas from the past through photos, memories, documents. They are detectives of their parent’s life and every story helped them to understand something from their private story and from Argentinean History.

Geschichten machen Geschichte

Welche Geschichte ist unsere Geschichte?
Die, die in den Geschichtsbüchern steht? Oder die, die uns unsere Vorfahren erzählen?
Die argentinische Theatermacherin Lola Arias zeigt auf beeindruckende Weise, wie persönliche Biografien mit der “grossen” Geschichte untrennbar verknüpft sind. Sie hat junge argentinische Schauspierl/innen ausgewählt, die alle zwischen 1972 und 1983 geboren wurden – der Zeit der Militärdiktatur in Argentinien. Diese jungen Menschen zeigen Fotos ihrer Eltern, erzählen Anekdoten, suchen nach dem, wer und was ihre Eltern damals waren – zu dieser Zeit, an die sie selbst nur ganz vage, verschwommene Bilder im Kopf haben.
Ohne zu moralisieren oder auf Betroffenheit abzuzielen stehen sie da nebeneinander auf der Bühne: das Kind eines kollaborierenden Priesters direkt neben der Tochter des vermissten Journalisten, der Sohn des Geheimpolizisten neben dem zwangsadopierten Sohn einer Verhafteten. Und über dieses Erzählen entdecken auch wir Zuschauer/innen das Interesse für unsere eigene Identität und Geschichte – egal ob in Argentinien oder hier.

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